Exchange-Hybridbereitstellung und -Migration mit Office 365

 

Gilt für: Office 365 for enterprises

Letztes Änderungsdatum des Themas: 2012-05-02

Wenn Sie momentan ein lokales E-Mail-System verwalten und jetzt Microsoft Office 365 für Unternehmen bereitstellen möchten, müssen Sie sorgfältig planen. Berücksichtigen Sie zuerst Ihre langfristigen Ziele:

  • Falls Ihr langfristiges Ziel darin besteht, Postfächer sowohl in Ihrer lokalen Organisation als auch in der Cloud zu betreiben, sollten Sie Exchange in Ihrer lokalen Organisation mithilfe einer so genannten Hybridbereitstellung bereitstellen.

    Für eine Hybridbereitstellung ist Microsoft Exchange Server 2010 erforderlich. Es wird jedoch keine vollständige Exchange 2010-Organisation benötigt, um eine Hybridbereitstellung zu ermöglichen. Sie können eine Minimalversion eines Exchange 2010-Hybridservers in einer vorhandenen Exchange 2003- oder Exchange 2007-Organisation installieren.

  • Falls Ihr langfristiges Ziel darin besteht, alle Postfächer in die Cloud zu verschieben, müssen Sie Ihre aktuelle lokale E-Mail-Infrastruktur auswerten und das für Ihre Organisation am besten geeignete Migrationstool mit der dazugehörigen Migrationsmethode auswählen. Es gibt mehrere Methoden zum Migrieren aller Postfächer nach Office 365 für Unternehmen. Jede Methode weist für Administratoren und Benutzer Vor- und Nachteile auf und verfügt über spezielle Anforderungen und Abhängigkeiten.

Dieses Thema soll Sie beim Kennenlernen der Optionen und beim Planen der Bereitstellung unterstützen. Es wird die Terminologie erläutert, und die Bereitstellungsoptionen und die Tools von Exchange Online und Office 365 für Unternehmen werden wie folgt beschrieben:

Terminologie: Geheimer Decodierungsring

Beim Erforschen der Software und der dazugehörigen Dokumentation werden Sie merken, dass Begriffe wie "umfangreiche Koexistenz" und "einfache Koexistenz" sowie "standortübergreifende Bereitstellungen" und "Hybridbereitstellungen" verwendet werden. Diese Begriffe stehen für die Entwicklung der Software zur Behandlung von "standortübergreifenden" Szenarien.

Wir arbeiten daran, die Terminologie zu vereinheitlichen und eindeutig zu machen. Wir hoffen, dass diese Tabelle Ihnen in der Zwischenzeit beim Verstehen der Terminologie hilft, die in der Software und Dokumentation verwendet wird.

 

Begriff

Beschreibung

Hybridbereitstellung

Bezeichnet die Bereitstellung einer vollständigen standortübergreifenden Exchange-Messaginglösung mit Office 365 für Unternehmen und Exchange Online. Zu den Funktionen zählen:

  • E-Mail-Routing zwischen der lokalen und Cloud-basierten Organisation

  • E-Mail-Routing mit einem freigegebenen Domänennamespace. Beispielsweise verwenden sowohl lokale als auch Cloud-basierte Organisationen die @contoso.com-SMTP-Domäne.

  • Eine einheitliche globale Adressliste, auch als "freigegebenes Adressbuch" bezeichnet

  • Austausch von Frei/Gebucht- und Kalenderinformationen zwischen der lokalen und Cloud-basierten Organisation

  • Zentrale Steuerung der Nachrichtenübermittlung. Die lokale Organisation kann die Nachrichtenübermittlung für lokale und für Cloud-basierte Organisationen steuern.

  • Eine Outlook Web App-URL für die lokale und Cloud-basierte Organisation

  • Möglichkeit zum Verschieben vorhandener lokaler Postfächer in die Cloud-basierte Organisation

  • Zentrale Postfachverwaltung über die lokale Exchange-Verwaltungskonsole

  • Nachrichtenverfolgung, E-Mail-Infos und Suche in mehreren Postfächern in der lokalen und Cloud-basierten Organisation

Hybrid

Kurzform von "Hybridbereitstellung"

Standortübergreifend

Ein allgemeiner Ausdruck, der sich auf alle Messagingbereitstellungen bezieht, bei denen sich das E-Mail-Routing über eine lokale Bereitstellung und eine Cloud-basierte Organisation erstreckt.

Umfangreiche Koexistenz

Siehe "Hybridbereitstellung". Der Begriff "umfangreiche Koexistenz" wurde durch "Hybridbereitstellung" ersetzt.

Einfache Koexistenz

Ein veralteter Begriff, der sich auf standortübergreifende Bereitstellungen bezieht, bei denen Exchange 2010 in der lokalen Umgebung nicht bereitgestellt wird. Während der Entwicklung haben wir herausgefunden, dass dieser Begriff zu weit gefasst ist, und uns daher für seine Aussonderung entschieden. In einigen Teilen der Dokumentation und der Benutzeroberfläche wird "einfache Koexistenz" noch verwendet.

Exchange-Migration

Hierbei geht es um die Exchange Online-Funktionen, die Sie zum Verschieben von Postfächern (oder bei der IMAP-E-Mail-Migration den Inhalt der Benutzerpostfächer) aus der lokalen Exchange-Organisation in die Cloud verwenden können. Die Exchange Online-Migrationstools befinden sich in der Exchange-Systemsteuerung auf der Registerkarte "E-Mail-Migration". Es gibt drei Arten von Exchange-Migration:

  • Exchange-Übernahmemigration, wurde zuvor als einfache Exchange-Migration bezeichnet.

  • Mehrstufige Exchange-Migration, bei der Sie kurz- oder auch langfristig das E-Mail-Routing über eine lokale Bereitstellung und eine Cloud-basierte Organisation hinweg durchführen können

  • IMAP-E-Mail-Migration, wird zum Migrieren des Inhalts der Postfächer von Benutzern aus einem IMAP-Messagingsystem in deren Cloud-basiertes Postfach verwendet

Einmaliges Anmelden

Der Authentifizierungsprozess, bei dem Benutzer ihre vorhandenen Active Directory-Anmeldeinformationen für das Unternehmen (Benutzername und Kennwort) verwenden können, um auf Dienste in Office 365 für Unternehmen zuzugreifen. Für das einmalige Anmelden, das auch als Identitätsverbund bezeichnet wird, werden in Microsoft Office 365 die Active Directory-Verbunddienste 2.0 (AD FS) verwendet.

Identitätsverbund

Dieser Begriff wird auch für das "einmalige Anmelden" verwendet und kommt in der Microsoft Office 365-Dokumentation vor, wird aber zugunsten von "einmaliges Anmelden" auslaufen. Eine Erläuterung der in Office 365 verwendeten Verbundterminologie finden Sie im Wiki-Beitrag Verbund in Office 365 und Exchange.

Hybridserver

Ein Computer, auf dem eine Hybridversion von Exchange Server 2010 ausgeführt wird und der in einer Exchange 2007- oder Exchange 2003-Organisation installiert wird, um eine Hybridbereitstellung zu ermöglichen. In einigen Dokumentationen wurde er zuvor auch als "Koexistenzserver" bezeichnet.

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Primäre langfristige E-Mail-Bereitstellungsoptionen

Die Office 365 für Unternehmen-Tools zur Planung und Bereitstellung sind für die Unterstützung der folgenden langfristigen E-Mail-Bereitstellungsoptionen ausgelegt:

  • Hybridbereitstellung   Postfächer für Ihre Organisation können sich lokal in einer Exchange-Organisation und in der Cloud befinden. Bei der Hybridbereitstellung gelten die Messagingfunktionen nahtlos über die lokale Bereitstellung und die Cloudbereitstellung hinweg. Die vollständige Liste der unterstützten Funktionen finden Sie in der obigen Tabelle unter "Hybridbereitstellung".

    Diese Art der Hybridbereitstellung kann auch das einmalige Anmelden umfassen, wobei Benutzer ihre bestehenden lokalen Active Directory-Anmeldeinformationen des Unternehmens verwenden können, um auf alle Ressourcen lokal oder in der Cloud zuzugreifen.

  • Alle Postfächer in der Cloud   Falls für Ihre langfristige Planung keine Messagingfunktionen erforderlich sind, die standortübergreifend gelten, sollten Sie erwägen, alle Postfächer in die Cloud zu verschieben. Die Migration kann Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen, aber es ist die beste Option, falls Sie auf lange Sicht alle Postfächer in die Cloud migrieren möchten.

Wie im nächsten Abschnitt erläutert wird, können viele Migrationstools und standortübergreifenden Tools, die zur Unterstützung dieser beiden Langzeit-Postfachoptionen entwickelt wurden, auch verwendet werden, um andere standortübergreifende Szenarien zu unterstützen. Die in Office 365 für Unternehmen und Exchange Online integrierten Planungs- und Bereitstellungstools wurden jedoch entwickelt, um das Verschieben aller Postfächer in die Cloud und eine Hybridbereitstellung zu unterstützen.

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Zusätzliche Bereitstellungsoptionen

Mit den in diesem Dokument beschriebenen Tools können Sie andere Lösungen erstellen, die für Ihre Organisation auf kurze Sicht, nur während der Migration oder auf lange Sicht nützlich sind. Sehen Sie sich die folgenden Optionen an.

Verwalten von lokalen Benutzern mit Office 365-Tools

Eine andere Form der Migration besteht darin, alle Postfächer in die Cloud zu verschieben, dabei Benutzer und Ressourcen jedoch weiterhin über die vorhandene Active Directory-Umgebung zu verwalten. Nachdem Sie das einmalige Anmelden eingerichtet und die Microsoft Online Services-Verzeichnissynchronisierung installiert haben, können Benutzer mit ihren Active Directory-Anmeldeinformationen des Unternehmens (Benutzername und Kennwort) auf ihre neuen Postfächer in der Cloud und auf ihre bestehenden lokalen Ressourcen zugreifen. Wenn in Ihrer Organisation Exchange 2003 oder eine höhere Version ausgeführt wird und Sie über weniger als 1.000 Postfächer verfügen, können Sie eine Exchange-Übernahmemigration ausführen, um die Postfächer zu verschieben, und dann das einmalige Anmelden konfigurieren. Weitere Informationen finden Sie unter Exchange-Übernahmemigration und einmaliges Anmelden.

Wenn Sie gegenwärtig Exchange 2003 oder Exchange 2007 lokal ausführen, können Sie auch die mehrstufige Exchange-Migration verwenden, um dieses Szenario zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie unter Planen der Benutzeridentität in einer mehrstufigen Exchange-Migration.

Bereitstellen von Benutzern über das lokale Active Directory in der Cloud

Falls Sie das einmalige Anmelden nicht benötigen, können Sie beim alleinigen Bereitstellen der Active Directory-Synchronisierung in der lokalen Organisation die Benutzer aus der lokalen Active Directory-Umgebung in der Cloud bereitstellen. Diese Lösung kann sich für Organisationen eignen, die das E-Mail-Routing zwischen einer Cloud-basierten Organisation und einem anderen lokalen Messagingsystem als Exchange durchführen, oder für Organisationen, die es vorziehen, für alle Benutzer das lokale Active Directory als Quelle zu verwenden. Organisationen mit vielen Benutzern sollten eine benutzerdefinierte Lösung in Betracht ziehen, um für dieses Szenario die Kennwörter der lokalen Organisation mit der Cloud zu synchronisieren.

Untersuchen von Drittanbieterlösungen

Wenn Sie nicht Exchange 2003 oder höher ausführen oder ein webbasiertes Messagingsystem oder ein anderes lokales Messagingsystem ausführen, kann es erforderlich sein, dass Sie zusammen mit einem Partner eine für Ihre Anforderungen geeignete Lösung entwickeln, indem Sie die hier beschriebenen Tools verwenden. Die IMAP-E-Mail-Migration kann z. B. als Methode zum Verschieben von Postfachdaten für Ihre Benutzer ausreichen, während eine Drittanbieterlösung die Antwort auf die Anforderungen der Migration von Messaging-Workflowlösungen nach Exchange Online sein kann.

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Variablen: Zu berücksichtigende Aspekte beim Vorbereiten der Bereitstellung

Nachdem Sie die Entscheidung über die Option zur langfristigen E-Mail-Bereitstellung getroffen haben, müssen Sie sich mit den Tools vertraut machen, mit denen Sie Postfächer in die Cloud verschieben und die Migrationsphase für Ihre Benutzer und Ihr IT-Personal zu einer besseren Erfahrung machen können. Sie sollten auch das Routing, die Nachrichtenübermittlung und die Identitätsverwaltung berücksichtigen, wenn Sie eine Migration oder eine Hybridbereitstellung planen.

  • Identitätsverwaltung

  • Microsoft Online Services-Verzeichnissynchronisierung

  • E-Mail-Routing

  • Migrationsmethoden und -tools

Identitätsverwaltung

Wie möchten Sie die Identitäten der Benutzer in der Cloud verwalten? Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Identität ohne Verbund

  • Einmaliges Anmelden (auch als Identitätsverbund bezeichnet)

Identität ohne Verbund

Bei der Identität ohne Verbund verwenden alle Benutzer mit Postfächern in der Cloud über Office 365 generierte Anmeldeinformationen, um auf ihre Office 365-Ressourcen zuzugreifen. Sie können im Office 365-Portal neue Benutzerkonten und -kennwörter für Office 365-Benutzer erstellen. Alternativ dazu können Sie die Verzeichnissynchronisierung verwenden, um Benutzer automatisch über das lokale Active Directory bereitzustellen. Bei beiden Verfahren werden die Anmeldeinformationen letztendlich von Office 365 generiert und verwaltet.

Falls Sie ein lokales Identitätsverwaltungssystem verwenden, verfügen Benutzer über Anmeldeinformationen für ihre Office 365-Ressourcen und über Anmeldeinformationen für ihre lokalen Ressourcen.

Der Vorteil einer Identitätsverwaltungslösung ohne Verbund besteht darin, dass beim Bereitstellen und Einrichten der Identitätslösung weniger Speicherbedarf besteht. Für einige kleinere Organisationen oder Organisationen, die bald alle Benutzerressourcen in die Cloud verschieben möchten, ist eine Identitätsverwaltungslösung ohne Verbund ideal.

Der Nachteil besteht für Organisationen, die Benutzerressourcen noch lokal verwalten, bei einer Identitätslösung ohne Verbund darin, dass die Benutzererfahrung nicht einheitlich ist und dass ein höherer Schulungsaufwand in Bezug auf die Verwaltung der Anmeldeinformationen anfällt. Der Support kann aufwändig sein, wenn Sie von Ihren Benutzern erwarten, dass diese für den Zugriff auf viele unterschiedliche Ressourcen über zwei Bereitstellungen hinweg zwei Sätze von Anmeldeinformationen verwalten.

Für mittlere oder große Unternehmen machen die langfristigen Kosten für Verwaltung und Helpdesk eine Identitätslösung ohne Verbund im Vergleich zum einmaligen Anmelden teurer.

Einmaliges Anmelden

Wenn Sie das einmalige Anmelden bereitstellen, verwenden alle Benutzer mit Postfächern in der Cloud ihre bestehenden lokalen Active Directory-Anmeldeinformationen, um auf Ressourcen in der Cloud und auf lokale Ressourcen zuzugreifen.

Kurz gesagt: Sie ermöglichen dies, indem Sie in Ihrer lokalen Organisation einen oder mehrere AD FS-Server installieren. Der AD FS-Server bildet mit dem Office 365-Dienst in der Cloud einen Verbund, um für Ihre lokalen Identitäten den delegierten Zugriff auf bestimmte Office 365- und Exchange Online-Ressourcen im Cloud-basierten Domänennamespace zu ermöglichen.

Der Vorteil des einmaligen Anmeldens ist, dass Benutzer kein neues Verwaltungsschema für die Anmeldeinformationen erlernen müssen. Zusätzlich zu den Benutzervorteilen gibt es auch viele Vorteile für Administratoren:

  • Richtliniensteuerung: Der Administrator kann Kontorichtlinien über Active Directory steuern. Auf diese Weise kann der Administrator Kennwortrichtlinien, Einschränkungen für Arbeitsstationen, Sperrsteuerungen und andere Einstellungen verwalten, ohne in der Cloud zusätzliche Aufgaben ausführen zu müssen.

  • Zugriffssteuerung: Der Administrator kann den Zugriff auf Office 365 einschränken, sodass auf die Dienste über die Unternehmensumgebung, Onlineserver oder auf beide Arten zugegriffen werden kann.

  • Weniger Supportanfragen: Vergessene Kennwörter sind in allen Unternehmen ein häufiger Grund für Anfragen an den Support. Wenn die Benutzer sich weniger Kennwörter merken müssen, vergessen sie diese auch nicht so leicht.

  • Sicherheit: Benutzeridentitäten und Informationen sind geschützt, weil alle für das einmalige Anmelden verwendeten Server und Dienste lokal "gemastert" und gesteuert werden.

  • Unterstützung für die strenge Authentifizierung: Sie können für Office 365 die strenge Authentifizierung verwenden, die auch als zweistufige Authentifizierung bezeichnet wird. In diesem Fall müssen Sie jedoch das einmalige Anmelden einsetzen.

Nachdem Sie AD FS und die Verzeichnissynchronisierung bereitgestellt haben, verwalten Sie alle Benutzer und Ressourcen über die bestehende lokale Active Directory-Umgebung.

Der Nachteil des einmaligen Anmeldens besteht darin, dass Sie neue Server installieren müssen. Diese erfordern ein von einer Zertifizierungsstelle (Certification Authority, CA) herausgegebenes Zertifikat und machen die Benutzerverwaltung komplexer und kostenintensiver.

Hinweis   Das einmalige Anmelden wird für die Hybridbereitstellung empfohlen, ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Das einmalige Anmelden kann auch eine gute Lösung für einige größere Organisationen sein, die eine Migration aller Postfächer nach Office 365 über viele Monate hinweg planen.

Auf lange Sicht ist das einmalige Anmelden für die meisten Organisationen, die in Verbindung mit Office 365 die Verwaltung von lokalen Active Directory-Ressourcen planen, eine gute Lösung zum Optimieren der Verwaltung von Benutzeridentitäten.

Wichtig

  • Für das einmalige Anmelden per AD FS ist eine lokale Active Directory-Umgebung erforderlich.

  • Das einmalige Anmelden erfordert die Installation und Ausführung der Microsoft Online Services-Verzeichnissynchronisierung.

  • Wenn Sie die Migration aller Postfächer in die Cloud und die Einrichtung des einmaligen Anmeldens planen, können Sie AD FS oder die Verzeichnissynchronisierung nicht bereitstellen, bevor Sie in der Exchange-Systemsteuerung eine Exchange-Übernahmemigration ausgeführt haben. Sie können jedoch eine mehrstufige Exchange-Migration ausführen, nachdem Sie AD FS und die Verzeichnissynchronisierung bereitgestellt haben.

Weitere Informationen finden Sie unter Vorbereiten des einmaligen Anmeldens und Planen und Bereitstellen von Active Directory-Verbunddienste 2.0 zur Verwendung mit dem einmaligen Anmelden.

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Microsoft Online Services-Verzeichnissynchronisierung

Die Microsoft Online Services-Verzeichnissynchronisierung wird hauptsächlich verwendet, um die globale Adressliste von Exchange zu synchronisieren, die auch als freigegebenes Adressbuch bezeichnet wird, komplexe Routingszenarien zu unterstützen und Benutzer für eine standortübergreifende Bereitstellung einzurichten. Die Verzeichnissynchronisierung ist eine Anforderung für die Hybridbereitstellung und kann für einige Migrationsszenarien zu einer besseren Benutzererfahrung führen, besonders in Fällen, in denen Sie das einmalige Anmelden planen.

Aus Sicht der Benutzerverwaltung ist die Verzeichnissynchronisierung jedoch zur langfristigen Nutzung bestimmt. Zwar können Sie die Verzeichnissynchronisierung deaktivieren (und neu aktivieren), Sie sollten die Bereitstellung der Verzeichnissynchronisierung jedoch als langfristige Aufgabe betrachten. Weitere Planungsinformationen zum Deaktivieren und erneuten Aktivieren der Verzeichnissynchronisierung finden Sie im Wiki-Beitrag Verzeichnissynchronisierung und Autoritätsquelle.

Standardmäßig führt die Verzeichnissynchronisierung die Synchronisierung unidirektional aus dem lokalen Verzeichnis in das Cloudverzeichnis durch, indem Benutzer- und Postfachinformationen für Ihre Office 365-Organisation in das Cloudverzeichnis geschrieben werden.

Um einige Funktionen der Hybridbereitstellung zu aktivieren, müssen Sie den Schreibzugriff auf die Verzeichnissynchronisierung zulassen, damit einige Messaging-Benutzerdaten zurück in die lokale Active Directory-Umgebung synchronisiert werden können. Die folgenden Funktionen werden bei der Schreibzugriffsynchronisierung mit Ihrer lokalen Active Directory-Umgebung aktiviert:

  • Archivieren von lokalen Postfächern in der Cloud

  • Verschieben von Postfächern aus der Cloud in die lokale Exchange-Organisation

  • Synchronisieren der von Benutzern verwalteten Liste der sicheren Absender und Liste der blockierten Absender aus der Cloud

  • Synchronisieren von Voicemailbenachrichtigungen aus der Cloud

Wichtig   Die Verzeichnissynchronisierung ist für Folgendes erforderlich: Hybridbereitstellung, einmaliges Anmelden und mehrstufige Exchange-Migration.

Weitere Informationen finden Sie unter Active Directory-Synchronisierung: Roadmap.

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E-Mail-Routing

Im Allgemeinen ist das E-Mail-Routing für eine Hybridbereitstellung problemlos möglich. Die Tools (vor allem die Verzeichnissynchronisierung) sind dafür optimiert, für den MX-Eintrag auf Ihr lokales Exchange-System als autorisierende Domäne zu verweisen. E-Mails an Cloud-basierte Empfänger werden von der lokalen Exchange-Organisation dann in die Cloud weitergeleitet. Unter Bereitstellungs-Assistent für Exchange Server (möglicherweise in englischer Sprache) wird erläutert, wie Sie dieses Routingschema für Hybridbereitstellungen konfigurieren.

Sie können das Routing für Hybridbereitstellungen auch so konfigurieren, dass der MX-Eintrag auf die Cloud als autorisierende Domäne verweist. Weitere Informationen finden Sie unter Hybridrouting – Verweisen des MX-Eintrags auf die Cloud.

Komplexere Konfigurationen für das E-Mail-Routing werden normalerweise nur benötigt, falls Sie eine langfristige Bereitstellung planen, bei der Messagingsysteme sich über die lokale Bereitstellung und die Cloudbereitstellung erstrecken. Wenn Sie planen, alle Postfächer in die Cloud zu migrieren, müssen Sie in den meisten Fällen keine komplexen Szenarien für das E-Mail-Routing berücksichtigen. Eine Ausnahme können hierbei lange mehrstufige Migrationen bilden, bei denen ein anspruchsvolleres E-Mail-Routing erforderlich sein kann, um für E-Mails während der Migration die Dienstqualität aufrechtzuerhalten.

Wichtig   Sowohl bei der Exchange-Übernahmemigration als auch bei der mehrstufigen Exchange-Migration wird die kurzfristige E-Mail-Synchronisierung während der Migrationsphase verwaltet. Bei der Exchange-Übernahmemigration werden E-Mails synchronisiert, indem Abonnements verwendet werden, bis die Migration abgeschlossen ist. Bei der mehrstufigen Exchange-Migration werden die E-Mails weitergeleitet, indem die Cloudzieladressen in die lokalen Postfächer "gestempelt" werden.

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Migrationsmethoden und -tools

Die folgenden Migrationsmethoden und -tools sind verfügbar:

  • Verschieben von Anforderungen per Postfachreplikationsdienst

  • Exchange-Übernahmemigration

  • Mehrstufige Exchange-Migration

  • IMAP-E-Mail-Migration

  • Drittanbieterlösungen

Unter Bereitstellungs-Assistent für Exchange Server (möglicherweise in englischer Sprache) wird erläutert, wie die meisten dieser Lösungen bereitgestellt werden.

Verschieben von Anforderungen per Postfachreplikationsdienst

Der Microsoft Exchange-Postfachreplikationsdienst, der sich auf allen Exchange 2010-Clientzugriffsservern befindet, ist für das Verschieben von Postfächern, das Importieren und Exportieren von PST-Dateien sowie für das Wiederherstellen deaktivierter und vorläufig gelöschter Postfächer zuständig.

Für Verschiebungsanforderungen ist eine Hybridbereitstellung erforderlich. Mithilfe von Verschiebungsanforderungen können Sie Postfächer zwischen der lokalen Exchange-Organisation und der Cloud hin und her verschieben. Dafür verwenden Sie die Exchange-Verwaltungskonsole.

Wenn Sie planen, eine langfristige Hybridbereitstellung mit lokalem Exchange zu migrieren und zu implementieren, sind Verschiebungsanforderungen das empfohlene Verfahren zum Migrieren von Postfächern.

Auch für große Organisationen, die Exchange 2003 oder Exchange 2007 lokal ausführen und planen, über einen Zeitraum von mehreren Monaten alle Postfächer in die Cloud zu verschieben, kann das Verwenden von Verschiebungsanforderungen als Tool für eine lange mehrstufige Exchange-Migration, wobei es sich im Wesentlichen um eine Hybridbereitstellung handelt, sinnvoll sein.

Wichtig   Verschiebungsanforderungen erfordern die Installation einer Minimalversion eines Exchange 2010-Hybridservers in Ihrer lokalen Exchange-Organisation. Sie müssen Exchange 2003 oder höher ausführen, um die Hybridlösung bereitstellen zu können. Der Bereitstellungs-Assistent für Exchange Server kann Sie beim Aufstellen eines Plans für die Hybridbereitstellung unterstützen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Themen:

Exchange-Übernahmemigration

Die Exchange-Übernahmemigration eignet sich für Organisationen mit weniger als 1.000 Postfächern, die alle Postfächer auf einmal in die Cloud verschieben möchten. Verwenden Sie die E-Mail-Migration in der Exchange-Systemsteuerung, um auf das Tool zuzugreifen.

Wichtig

  • Die Exchange-Übernahmemigration unterstützt nur Exchange 2003 oder höher. Wenn Sie ältere Versionen von Exchange ausführen, müssen Sie die IMAP-E-Mail-Migration oder eine Drittanbieterlösung verwenden.

  • Wenn Sie Exchange ausführen und über mehr als 1.000 Postfächer verfügen, sollten Sie erwägen, die mehrstufige Exchange-Migration zu verwenden.

  • Falls Sie die Bereitstellung des einmaligen Anmeldens planen, sollten Sie zuerst die Exchange-Übernahmemigration ausführen und dann das einmalige Anmelden einrichten (und nach Abschluss der Migration die Verzeichnissynchronisierung). Das Ausführen der Verzeichnissynchronisierung vor dem Ausführen der Exchange-Übernahmemigration führt zu einem Fehler bei der Migration.

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Exchange Online-Themen:

Mehrstufige Exchange-Migration

Die mehrstufige Exchange-Migration ist für größere Organisationen oder Organisationen geeignet, die über einen längeren Zeitraum hinweg Postfächer in die Cloud migrieren möchten. Dabei können Sie einige Postfächer in die Cloud migrieren, während die restlichen Postfächer in der lokalen Organisation weiterbetrieben werden. Verwenden Sie die E-Mail-Migration in der Exchange-Systemsteuerung, um auf das Tool zuzugreifen.

Wichtig

  • Die mehrstufige Exchange-Migration wurde für Organisationen konzipiert, die planen, nach und nach alle lokalen Exchange-Postfächer in die Cloud zu verschieben. Es ist keine bewährte Methode, die mehrstufige Exchange-Migration im Rahmen eines längeren Koexistenzszenarios zum Migrieren einer Handvoll von Postfächern zu verwenden.

  • Die mehrstufige Exchange-Migration unterstützt nur Exchange 2003 und Exchange 2007. Wenn Sie ältere Versionen von Exchange ausführen, müssen Sie die IMAP-E-Mail-Migration oder eine Drittanbieterlösung verwenden. Falls Sie Exchange 2010 nutzen, müssen Sie eine Hybridbereitstellung implementieren und zum Migrieren Verschiebungsanforderungen verwenden.

  • Für die mehrstufige Exchange-Migration ist die Verzeichnissynchronisierung erforderlich.

  • Falls Sie die Bereitstellung des einmaligen Anmeldens als Teil Ihrer langfristigen Bereitstellungsstrategie planen, sollten Sie zuerst das einmalige Anmelden und die Verzeichnissynchronisierung einrichten, bevor Sie die mehrstufige Exchange-Migration ausführen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie unter folgenden Themen:

IMAP-E-Mail-Migration

Die IMAP-E-Mail-Migration ist für viele verschiedene E-Mail-Server als Ausweichmigrationstool für E-Mail-Inhalte konzipiert. Falls Sie Exchange 2000 Server oder Exchange Server 5.5 Service Pack 4 bzw. einen anderen kompatiblen IMAP-Server, z. B. Google Mail, verwenden, ist die IMAP-E-Mail-Migration eine Option. Verwenden Sie die E-Mail-Migration in der Exchange-Systemsteuerung und eine CSV-Datei.

Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Exchange Online-Themen:

Drittanbieterlösungen

Unten sind einige Migrationstools von Drittanbietern und Partnerunternehmen aufgeführt, die Sie bei Exchange-Migrationen von Nicht-Microsoft-Plattformen unterstützen können:

  • Binary Tree   Anbieter von Software für die plattformübergreifende Messagingmigration und Koexistenz. Die Produkte ermöglichen die Analyse und die Koexistenz und Migration zwischen lokalen Umgebungen und Onlineumgebungen für Messaging und Zusammenarbeit in Unternehmen, die auf IBM Lotus Notes und Domino sowie Microsoft Exchange und Microsoft SharePoint basieren.

  • BitTitan   Anbieter von Lösungen für E-Mail-Migration und Koexistenz in Verbindung mit Exchange 2007 und Exchange Online.

  • Cemaphore   Anbieter von Lösungen für die Migration aus lokalen Microsoft Exchange-Umgebungen nach Microsoft Online.

  • Quest   Anbieter von Migrationslösungen für Exchange Online und SharePoint Online, darunter Migrationen von Lotus Notes und Novell GroupWise nach Exchange Online.

  • Metalogix   Anbieter von Lösungen für die Migration nach Exchange Online und SharePoint Online.

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