Gilt für: Live@edu
Letztes Änderungsdatum des Themas: 2011-07-06
Wenn Sie cloudbasierte Postfächer zur Ergänzung eines vorhandenen lokalen Messagingsystems bereitstellen, können Sie einen freigegebenen Adressraum einrichten. Es handelt sich um einen freigegebenen Adressraum, wenn zwei verschiedene Messagingsysteme dasselbe Domänensuffix verwenden.
Für die Konfiguration eines freigegebenen Adressraums stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. In diesem Thema wird die Konfiguration eines lokalen Relays beschrieben, bei der alle E-Mails, die von einem Absender im Internet an Empfänger im freigegebenen Adressraum gesendet werden, zuerst an das lokale Messagingsystem übermittelt werden. Das lokale Messagingsystem ist für das Weiterleiten von E-Mails zuständig, die an Empfänger im cloudbasierten E-Mail-Dienst gesendet werden.
Möglicherweise sind auch die Informationen unter Freigegebener Adressraum mit Cloudrelay für Sie relevant. Beim Cloudrelay werden alle E-Mails, die von einem Absender im Internet an Empfänger im freigegebenen Adressraum gesendet werden, zuerst an den cloudbasierten E-Mail-Dienst übermittelt. Der cloudbasierte E-Mail-Dienst ist dafür zuständig, E-Mails anhand von E-Mail-Benutzern an Empfänger im lokalen Messagingsystem weiterzuleiten.
Beispiel für lokales Relay
Die Contoso-Universität verwendet den Adressraum "@contoso.edu" für alle E-Mail-Adressen von Lehrkräften und Mitarbeitern in einem lokalen Messagingsystem. Die Contoso-Universität plant, cloudbasierte Postfächer für alle Studenten bereitzustellen. Die Contoso-Universität möchte jedoch, dass alle Lehrkräfte, Mitarbeiter und Studenten das Domänensuffix "@contoso.edu" für alle E-Mail-Adressen verwenden. Alle E-Mails müssen die Organisation mit der Absenderadresse "@contoso.edu" verlassen, unabhängig davon, ob der Absender im lokalen Messagingsystem oder im cloudbasierten E-Mail-Dienst ist. Alle eingehenden Nachrichten mit einer E-Mail-Adresse bei "@contoso.edu" müssen ordnungsgemäß übermittelt werden, unabhängig davon, ob der Empfänger im lokalen Messagingsystem oder im cloudbasierten E-Mail-Dienst ist. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Contoso-Universität einen freigegebenen Adressraum implementieren.
Die folgende Abbildung verdeutlicht die Bereitstellung eines freigegebenen Adressraums für die Contoso-Universität.
Beachten Sie die folgenden Schwerpunkte:
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Alle von einem Absender im Internet an einen beliebigen Empfänger bei "@contoso.edu" gesendeten E-Mails müssen zuerst an das lokale Messagingsystem zugestellt werden.
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Das lokale Messagingsystem ist für das Weiterleiten von E-Mails zuständig, die an Studenten im cloudbasierten E-Mail-Dienst gesendet werden.

Erforderliche Komponenten für einen freigegebenen Adressraum
Folgende Komponenten sind erforderlich, damit der freigegebene Adressraum funktioniert:
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Mehrere Domänen
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Mehrere E-Mail-Adressen
Mehrere Domänen
Paradoxerweise müssen mehrere Domänen konfiguriert werden, um einen einzelnen freigegebenen Adressraum zu konfigurieren. Die folgenden Domänen sind für einen freigegebenen Adressraum erforderlich:
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Die Domäne für den freigegebenen Adressraum selbst In diesem Beispiel ist die freigegebene Domäne "@contoso.edu". Dies ist auch die Domäne, die für das lokale Messagingsystem verwendet wird.
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Eine spezifische Domäne für Postfächer im cloudbasierten E-Mail-Dienst In diesem Beispiel ist die cloudbasierte Domäne "@live.contoso.edu".
Die cloudbasierte Domäne muss sich von der lokalen Domäne unterscheiden, damit E-Mails korrekt zwischen dem lokalen Messagingsystem und dem cloudbasierten E-Mail-Dienst weitergeleitet werden. Für Absender und Empfänger außerhalb der Organisation ist die cloudbasierte Domäne irrelevant, für die ordnungsgemäße Funktion des freigegebenen Adressraums ist sie jedoch ein wesentlicher Faktor.
Mehrere E-Mail-Adressen
Ein Hauptbestandteil eines freigegebenen Adressraums ist die ordnungsgemäße Konfiguration der E-Mail-Adressen für Postfächer im lokalen Messagingsystem und in Outlook Live.
Nachfolgend wird erläutert, wie die E-Mail-Adressen für alle Postfächer konfiguriert werden müssen:
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Die primäre Adresse Die primäre Adresse wird als Absenderadresse für alle Nachrichten verwendet, die aus dem Postfach gesendet werden. Es kann nur ein Wert für die primäre Adresse eingegeben werden. In diesem Beispiel befinden sich alle primären Adressen im freigegebenen Adressraum "@contoso.edu".
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Proxyadressen Proxyadressen sind weitere Adressen für ein Postfach. Proxyadressen werden auch als sekundäre E-Mail-Adressen bezeichnet. Das Postfach kann E-Mails empfangen, die an eine beliebige seiner Proxyadressen gesendet wurden. Die primäre Adresse wird immer als Proxyadresse aufgeführt.
Es folgen die richtigen Werte für die primäre Adresse und Proxyadressen für lokale Postfächer und Outlook Live-Postfächer.
| Lokale Postfächer | Outlook Live-Postfächer | |
|---|---|---|
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Primäre Adresse |
<benutzer>@contoso.edu |
<benutzer>@contoso.edu |
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Proxyadressen |
<benutzer>@contoso.edu |
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Wie funktioniert die E-Mail-Zustellung im freigegebenen Adressraum?
Wenn Sie einen Adressraum zwischen einem lokalen Messagingsystem und dem cloudbasierten E-Mail-Dienst freigeben, muss eines der Messagingsysteme für den freigegebenen Adressraum als autorisierend konfiguriert werden. Wenn das Messagingsystem für die Domäne @contoso.edu als autorisierend festgelegt wird, generieren alle nicht aufgelösten Empfänger einen Unzustellbarkeitsbericht. Diese Konfiguration verhindert, dass E-Mails für nicht vorhandene Empfänger unendlich zwischen dem lokalen Messagingsystem und dem cloudbasierten E-Mail-Dienst hin und her gesendet werden.
Sie konfigurieren den freigegebenen Adressraum "@contoso.edu" im cloudbasierten E-Mail-Dienst als nicht autorisierenden Adressraum. Wird der Empfänger bei "@contoso.edu" nicht im freigegebenen Adressbuch des cloudbasierten E-Mail-Diensts gefunden, wird die Nachricht zur Verarbeitung an das lokale Messagingsystem weitergeleitet. Wenn der Empfänger nicht vorhanden ist, ist das lokale Messagingsystem für das Generieren des Unzustellbarkeitsberichts zuständig.
Woher weiß das lokale Messagingsystem, wie Nachrichten für gültige cloudbasierte Empfänger an den cloudbasierten E-Mail-Dienst weitergeleitet werden, ohne einen Unzustellbarkeitsbericht zu generieren, wenn "@contoso.edu" als autorisierender Namespace für das lokale Messagingsystem konfiguriert ist? Das lokale Messagingsystem muss mit einer Weiterleitungslösung konfiguriert werden, die Empfänger bei "@contoso.edu" in Empfänger bei "@live.contoso.edu" konvertiert. Beispiel:
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Sie erstellen für alle cloudbasierten Empfänger E-Mail-Benutzer oder E-Mail-Kontakte im lokalen Adressbuch.
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Sie verwenden für alle nicht aufgelösten Empfänger bei "@contoso.edu" die Adressumschreibung von "@contoso.edu" in "@live.contoso.edu".
Möglicherweise sind auch andere Weiterleitungslösungen verfügbar, je nach Art des lokalen Messagingsystems. Stellen Sie unabhängig von der verwendeten Weiterleitungslösung sicher, dass E-Mails für nicht vorhandene Empfänger sowohl für das lokale Messagingsystem als auch den cloudbasierten E-Mail-Dienst korrekt verarbeitet werden.
Beispiele für die Übermittlung von E-Mails
Wie zuvor erwähnt, wird das lokale Messagingsystem so konfiguriert, dass alle aus dem Internet eingehenden E-Mails für den freigegebenen Adressraum akzeptiert werden. Im Beispiel der Contoso-Universität werden alle E-Mails für die Domäne @contoso.edu dem lokalen Messagingsystem zugestellt. Dies wird erreicht, indem Sie den MX-Eintrag für die Domäne "@contoso.edu" in einem mit dem Internet verbundenen DNS-Server so konfigurieren, dass er auf das lokale Messagingsystem verweist.
Nach dem Eingang der E-Mail muss das lokale Messagingsystem korrekt ermitteln, ob der Empfänger im lokalen Messagingsystem oder im cloudbasierten E-Mail-Dienst über ein Postfach verfügt, und die Nachricht anschließend wie erforderlich übermitteln oder weiterleiten.
Im Folgenden werden zwei Szenarien für das Routing von E-Mails in einem freigegebenen Adressraum beschrieben:
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An Studenten im cloudbasierten E-Mail-Dienst gesendete E-Mails: Die Nachrichten können von externen Absendern aus dem Internet oder von Lehrkräften und Mitarbeitern im lokalen Messagingsystem stammen. Das lokale Messagingsystem wird zum Weiterleiten von E-Mails für Studenten an den cloudbasierten E-Mail-Dienst konfiguriert. Die erforderliche Konfiguration hängt in hohem Maße von der Art des lokalen Messagingsystems ab. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren eines freigegebenen Adressraums mit lokalem Relay.
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Von Studenten im cloudbasierten E-Mail-Dienst an Lehrkräfte und Mitarbeiter im lokalen Messagingsystem gesendete E-Mails: Der freigegebene Adressraum "@contoso.edu" ist als interne Relaydomäne im cloudbasierten E-Mail-Dienst konfiguriert. Wird der Empfänger (Lehrkraft oder Mitarbeiter) im cloudbasierten freigegebenen Adressbuch nicht gefunden, wird die Nachricht an das Internet weitergeleitet, und die Domäne "contoso.edu" verweist auf das lokale Messagingsystem, sodass die Nachricht erfolgreich übermittelt wird.
Interne E-Mails zwischen Empfängern im lokalen Messagingsystem oder zwischen Studenten im cloudbasierten E-Mail-Dienst werden direkt zugestellt. Da die Empfänger in beiden Fällen in ihren jeweiligen Adressbüchern enthalten sind, wird die Nachricht lokal übermittelt.
Ausgehende E-Mails an Empfänger außerhalb der Organisation werden ebenfalls wie erwartet zugestellt. Das lokale Messagingsystem verwendet seinen vorhandenen Pfad zum Internet, um E-Mails für Empfänger außerhalb der Organisation an das Internet zu übermitteln, und der cloudbasierte E-Mail-Dienst übermittelt Nachrichten direkt an das Internet.
Zu berücksichtigende Aspekte
Im Szenario mit freigegebenem Adressraum wird das lokale Messagingsystem zu einer einzelnen Fehlerquelle, wenn eingehende E-Mails vor der Weiterleitung an den cloudbasierten E-Mail-Dienst zuerst an das lokale Messagingsystem übermittelt werden. Die cloudbasierte Domäne kann ordnungsgemäß funktionieren, da aber ein Fehler im lokalen Messagingsystem vorliegt, können E-Mails nicht an cloudbasierte Empfänger übermittelt werden.
Zudem ist das lokale Messagingsystem dafür zuständig, die an den cloudbasierten E-Mail-Dienst weitergeleiteten Nachrichten vor Spam und Viren zu schützen. Ist dieser Schutz nicht vorhanden, können die E-Mails vom lokalen Messagingsystem blockiert oder von Forefront Online Protection for Exchange stark gedrosselt werden.
